2020 Passionsfestspiele in Oberammergau

Die Passionsspiele in Oberammergau

 

 ziehen alle zehn Jahre hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt an. Schon 2018 mussten sich die Einwohner des Dorfes im Ammertal für die Mitwirkung bei den nächsten Passionsspielen anmelden und registrieren lassen.

 

Passionstheater Oberammergau Foto: Kienberger

Insgesamt 1.830 Einwohner sind der Aufforderung der Gemeinde Oberammergau nachgekommen und haben ihr Interesse zur Mitwirkung erklärt. Erstmals in der fast 400-jährigen Geschichte wollen genauso viele Frauen wie Männer am Passionsspiel teilnehmen. Im Vergleich zu den letzten Passionsspielen im Jahr 2010 ist die Zahl der Anmeldungen auf einem sehr hohen Niveau konstant geblieben. Für die Mitwirkung gilt in Oberammergau ein sogenanntes „Spielrecht“, denn nicht jeder der 5.200 Einwohner in Oberammergau darf mitmachen.

 

Jesus betritt Jerusalem

 

Das Spielrecht besagt, dass man in Oberammergau geboren und aufgewachsen sein muss oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt. Für 2020 werden jedoch zusätzlich noch über 500 Kinder dabei sein, so dass insgesamt über 2.000 Oberammergauer am Spiel mitwirken.

 

Jesus vor Pilatus

 

Die 42. Passionsspiele 2020 stehen unter der Regie von Christian Stückl. Ein Höhepunkt für alle Oberammergauer auf dem Weg zur Passion 2020 war der Festgottesdienst auf der großen Freiluftbühne des Passionstheaters im vergangenen Jahr. Dabei wurde an das Gelübde aus dem Jahr 1633 erinnert und im Anschluss die Darsteller öffentlich bekannt gegeben und vorgestellt. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Petrus, Judas, Pontius Pilatus und Kaiphas gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, des weiteren Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Im November 2019 beginnen nun die acht Monate dauernden Proben der über 2.000 Mitwirkenden.

Die Spiele gehen zurück auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633. Damals gelobten die Oberammergauer in jedem zehnten Jahr das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte.

 

 

Kreuzigung

 

Insgesamt erwartet Oberammergau 450.000 Besucher an 103 Spieltagen. Das weltweit erfolgreichste Laienspiel erzählt seit 1634 die Geschichte der letzten Tage Jesu von Nazareth. Wie Christian Stückl erläutert, wird das Passionsspiel 2020 ein völlig neues Erscheinungsbild haben.

 

Der Chor

 

„An der Aufführung ändert sich jedes Mal enorm viel“, so Christian Stückl, der 2020 bereits zum vierten Mal der Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele sein wird. „Da die Passionsspiele alle zehn Jahre stattfinden, muss ich den Text immer neu schreiben, die Geschichte neu erzählen. Es fließen Erkenntnisse mit ein, die ich beim letzten Spiel gewonnen habe, und es muss auch die jeweilige Zeit und die politischen Umstände widerspiegeln."

Weitere Infos:

https://www.passionsspiele-oberammergau.de/de/spiel/historie

Alle Bilder: Copyright für die Passionsspiele Oberammergau 2020

Text: Sabine Zoller MBA, M.A.

 

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