Herrenalber Gebetbuch

 

Historisches Kleinod bereichert das Tourismus-Angebot im Nordschwarzwald

Mit der Übergabe der kostbaren Faksimileausgabe an Sigrid Fiebig, Vorsitzende des Förderverein Museum Bad Herrenalb e.V. fand  in der Schalterhalle der Sparkasse Bad Herrenalb die große Spendenaktion von Sabine Zoller mit vielen Festrednern einen feierlichen Abschluss. Den Festakt moderierte Klaus Hoffmann. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Schwarzwald Tourismus GmbH sprach bei der Rückführung des Gebetbuches an seinen Geburtsort von einem neuen touristischen Kleinod im Schwarzwald, das für die Kurstadt durchaus als Grundlage für ein Drehbuch dienen könnte, aus dem man in Hollywood Filme macht.

Festakt-zur-Scheckübergabe-an-den-Förderverein-Ziegelmuseum

 

Herrenalber Gebetbuch ab 7. April 2019 im Ziegelmuseum der Kurstadt ausgestellt

Das 1484 im Zisterzienser-Kloster Herrenalb gefertigte Gebetbuch ist ein Unikat und befindet sich als eine der wenig erhaltenen Handschriften aus dem Mittelalter in seiner ursprünglichen Form in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Während das Original dem Benutzer nur auf Antrag und in gesonderten Lesesälen zur Einsicht zugänglich ist, kommt 530 Jahre nach der Entstehung des Gebetbuches in den Klostermauern des Zisterzienserklosters das kostbare Kleinod als Faksimile zurück an den Entstehungsort.

 

Herrenalber-Gebetbuch-in-Prunkkarton-mit-Festschrift

 

Damit bereichert in Zukunft eine kostbare und originalgetreue Reproduktion des Gebetbuches das Museum Bad Herrenalb mit der einzigartigen Feierabendziegel-Sammlung von Edmund Bernt. Nach der Winterpause des Museums ab 7. April 2019 kann es dort von jedem Besucher eingesehen werden.

 

 Kulturelle Kostbarkeit kehrt zurück

CDU-Wahlkeisabgeordneter Thomas Blenke (MdL) sprach beim Festakt von einem ganz besonderen Tag für Bad Herrenalb. Neben touristischen Highlights wie der jüngst eröffneten WildLine Hängebrücke in Bad Wildbad, die für Fun und Freizeit stehen, zählt er das Herrenalber Gebetbuch zu einer kulturellen Kostbarkeit. Dabei zollte er Sabine Zoller großen Respekt und Anerkennung. Zum Erwerb des Gebetbuches hatte die Historikerin eine Spendenaktion ins Leben gerufen und diese mit großer Beharrlichkeit von der ersten Idee 2015 bis zum gelungenen Abschluss 2019 zum Ziel geführt. „Ohne Herkunft keine Zukunft“, so Blenke der betonte, wie wichtig kulturelles Erbe sei. „Wir müssen uns unserer Geschichte bewusst sein. Das Herrenalber Gebetbuch gehört zur Geschichte der Stadt, die ihre Wurzeln im Zisterzienserkloster hat.“ In einem Zeitraum von nur vier Monaten war es der Initiatorin gelungen, den erforderlichen Gesamtbetrag in Höhe von 5000 Euro zusammentragen.

 

 

 

 

 

Förderung im Ländlichen Raum

Dank einer „Anschubfinanzierung“ durch Sparkassen Vorstand Georg Stickel aus Pforzheim konnte die Spendenaktion „ins Rollen gebracht werden“. Ausstellungsvitrinen boten in den Räumlichkeiten der Sparkassenfilialen Dobel und Bad Herrenalb zudem die Möglichkeit, das Gebetbuch auszustellen, um damit öffentlichkeitswirksam für die Aktion zu werben. Stickel betonte das Sparkassen-Engagement bewusst als Förderung von Kultur im ländlichen Raum. „Wir unterstützen Engagement, können es aber in der Regel nicht initiieren“ so Stickel, der betonte, dass solche Ziele nur erreicht werden können, wenn sich einzelne Bürger engagiert zum Wohle der Gesamtheit einsetzen.

Großes Lob spendete er auch Udo Krum und Jörg Pfannschmidt, den beiden Mitgliedern vom Männergesangverein Bad Herrenalb, die die Gebetbuch-Feierstunde als „Mönche“ mit passender Zisterziensertracht begleiteten.

 

Zisterziensermönche

 

Dies begeisterte auch den Vorsitzenden des Kreisgeschichtsvereins Calw e.V., Tobias Roller, der das Werk schlussendlich als „Identifikation der Menschen mit der Heimat“ darstellte. Auch Bürgermeister Norbert Mai, der den noch fehlenden Betrag zum Erwerb des Gebetbuches ergänzte, betonte die herausragende Stellung des Gebetbuches als Kleinod für die Kurstadt. Darüber hinaus lobte er die große Bereitschaft der Herrenalber Bürger, die sich nicht nur „mit kleinen, sondern auch großen Spendenbeiträgen für das Werk eingebracht haben“.

Ganz besonders freute er sich über die eigens zu diesem Event kreierte „Geburtstagstorte für das Gebetbuch“. Durch Nadine Schlegel von der Kurhaus-Patissiere war in einer überdimensional großen Buchform ein süßes Naschwerk entstanden, das der Kurhaus Chef Matthias Wedner als krönenden Abschluss einer gelungenen Veranstaltung zur Verkostung an alle anwesenden Gäste reichte.

 

Passende-Torte-zum-Gebetbuch

Autorin:
Elfriede Maier

 

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