Österreichs Mehlspeisen nun Weltkulturerbe

 

Österreichs Mehlspeisen zählen zum Weltkulturerbe

 

„Was wäre Österreich ohne seine Mehlspeisen?“ Lachend zeigt Walter Vonblon auf den Zwetschgenstrudel, den er in seinem Kaffeehaus Habakuk in Salzburg mit Schlagsahne und Vanilleeis serviert. „Das ist ab sofort ein süßes Stück vom Österreichischen Weltkulturerbe“, so der Fachmann, der aus Liebe zur süßen Zunft seinen ersten Beruf als Automechaniker an den berühmten „Nagel“ gehängt hat und zum Konditormeister umsattelte.

 

 

 

Mittlerweile feiert sein Café in der Linzergasse in Salzburg bereits das 25-jährige Bestehen und selbstverständlich gehören frische Strudel zum täglichen Angebot. Neben Topfenstrudel (Quarkstrudel) zählen Marille-, Zwetschgen- und Apfelstrudel zum Sortiment der Mehlspeisen, die zweifelsohne zur Kultur des Landes gehören. „Früher gab es oft am Freitag ein einfaches Essen, das schnell und zudem günstig zubereitet werden konnte. Und ist aus Mehl, Eiern und Früchten ein leckerer Mittagstisch entstanden, der bis heute Menschen aus aller Herren Länder erfreut!“

 

 

Für Vonblon ist ein Leben ohne Mehlspeisen nicht vorstellbar. Sogar die süße Pracht der Salzburger Nockerln, die die leicht verschneiten Salzburger Hausberge: den Mönchs-, den Kapuziner- und den Gaisberg symbolisieren, werden in seinem Kaffeehaus für einzelne Personen zubereitet. „Dieser Service muss sein“, erklärt der Konditormeister, der sowohl Salzburger, als auch ausländische Gäste an sieben Tagen in der Woche mit weiteren Spezialitäten wie Sachertorte, Kipferln und Gebäck verwöhnt und das präsentiert, was die Nation ausmacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit Juli 2019 ist nun zudem Österreichs vielfältige Mehlspeiskultur als immaterielles Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt, womit die in langjähriger Tradition als Haupt- oder Nachspeise gefertigten Süßspeisen für die Erhaltung und Weitergabe eines besonderen Heimatgefühls stehen. Rund fünf Jahre lang haben sich renommierte Branchenvertreter aus Gastronomie, Konditorei und Bäckerei in Österreich als „Freunde der Mehlspeisenkultur“ dafür stark gemacht, "die kulturelle Bedeutung sowie das erforderliche Wissen und die handwerklichen Fertigkeiten zur Herstellung von Mehlspeisen“ in die Öffentlichkeit zu rücken.

 

 

Für das Habakuk, das als Familienbetrieb federführend von Walter und Cornelia geführt wird, sorgt Sohn Ralph bereits für Unterstützung in der Geschäftsführung. Der Name Habakuk ist Arminio Rothstein gewidmet, einem beliebten Clown, der in den 1960-er Jahren das ORF-Kinderprogramm prägte.

 

 

 

www.cafe-habakuk.at

Text und Fotos:
Sabine Zoller MBA., M.A.

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