Wilhelm Busch in Baden-Baden

Ausstellung bis zum 03. März 2018 im LA 8 in Baden-Baden

WILHELM BUSCH. Bilder und Geschichten.

 

Wer kennt ihn nicht, den Schöpfer von Max und Moritz, den zwei bösen Buben oder die Bildergeschichte von der frommen Helene? Wilhelm Busch, der auf der Strasse in Frankfurt mit einem kessen kleinen Mädchen zusammenstieß, ließ sich von der kleinen Helene inspirieren. Getreu dem Reim von Wilhelm Busch (1832–1908):
„Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt“ , entstand aus seiner Bildergeschichte unter der Regie von Axel von Ambesser eine Filmkomödie die im Dezember 1965 Premiere feierte.

 

Wilhelm Busch

 

 

In der Ausstellung werden Zeichnungen, frühe Drucke der Bildergeschichten und Gemälde gezeigt, die verschiedene Perspektiven auf Busch's kunst- und mediengeschichtliche Bedeutung beleuchten und zudem neue Ergebnisse der Comic-Forschung berücksichtigen.

 

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Die Leihgaben aus dem Wilhelm-Busch-Museum in Hannover und weiteren renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen zeigen den Schöpfer der berühmten Bildergeschichten als sehr genauen Beobachter der kleinen Dinge und der großen gesellschaftlichen Fragen seiner Zeit. Einerseits verarbeitete er Einflüsse aus alten Tierfabeln, Märchen und Heiligenlegenden, andererseits thematisierte er die neuesten „Näh-, Mäh- und Waschmaschinen“, die Fotografie und das moderne Zeitungswesen.

 

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Innovativ und erfindungsreich

Wilhelm Busch gelang eine Art Film vor dem Film. Die rasante gesellschaftliche und technische Entwicklung seiner Zeit vermochte Wilhelm Busch mit dem Erzähltempo seiner unterhaltsamen Gebrauchskunst getreuer in Bilder zu fassen, als die repräsentative Hochkunst vieler Malerfürsten es vermochte. Nicht zuletzt seine Lautschöpfungen von „Ritzeratze!“, „Schluppdiwutsch“, „Platsch“ bis „Kracks!“ zeigen ihn als entscheidenden
Wegbereiter einer neuen Populärkultur. In Windeseile verbreiteten sich seine Geschichten, angeführt von Max und Moritz, in Europa und bis nach Amerika, wo sie sich am Anfang des 20. Jahrhunderts in der neuen Welt der Comicstrips weiterentwickelten.

 

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Beobachter der kleinen Dinge

Hochallergisch gegen frommen oder weltanschaulichen Kitsch  zeigt uns Busch keine Heiligen, die selbstlos Gutes tun, keine Kinder, die nur lieb und nie aggressiv, keine Erziehungsberechtigten, die nur vorbildlich, keine Haustiere, die stets gehorsam sind. In dieser scharf beobachteten Alltagswelt enden Buschs Bildergeschichten oft im Chaos zerbrochener Möbelstücke. Vorher reißt die Unberechenbarkeit kindlicher Streiche, tierischer Wildheit oder der Tücke des Objekts die Figuren explosionsartig aus ihren Alltagsverrichtungen: „Rums!! – Da geht die Pfeife los“.

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In-der-Ausstellung

Seine Bildergeschichten wurden zu großen publizistischen und finanziellen Erfolgen und für das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover gilt „Er zählt als Urvater des modernen Comic“.

www.la8.de/fileadmin/user_upload/la8/presse/wilhelm_busch/museum_la8_wilhelmbusch-flyer_end.pdf

Text und Fotos:
Sabine Zoller MBA, M.A.

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