95. Fassdaubenrennen in Bad Wildbad

Riesengaudi auf dem Sommerberg in Bad Wildbad

Zum 95. Fassdaubenrennen in Bad Wildbad gab es spektakuläre Kostüme und 90 mutige Fassdaubenritter, die sich in allen Altersgruppen durch den matschigen Schnee bis zum Ziel durchkämpften.

29. Januar 2019

 

Mit Spaß und viel Humor wagten sich bei dem Rennen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch viele bunt gekleidete Teams auf die rund 800 Meter lange Piste. Nachdem im Vorjahr die Wildbader Damenriege als „Rasende Einhörner“ mit Kostümen an den Start ging, war in diesem Jahr auch ein Männerteam als „Jäger der Einhörner“ zu sehen. Die Vielfalt an Kostümen reichte von Glückskäfern über Hühner bis hin zum Badeoutfit in sommerlichem Gewand. Pünktlich um 14 Uhr starteten die mutigen Teilnehmer nach Jahrgängen. Zuerst die Kinder, dann die Jugend und schließlich ab 45 Jahren die Senioren.

 

 

 

Mit einem Langlaufspurt galt es den Skihang zu erklimmen. Dann folgte ein Biker-Parcours als hügelige Herausforderung auf dem Weg in Richtung der Zielgeraden, die schließlich als Höhepunkt des Rennens eine dreißig Zentimeter hohe Sprungschanze präsentierte. Rund 200 Zuschauer feuerten bei nasskaltem Januarwetter die Rennfahrer an und applaudierten den besten Schanzenspringern und abenteuerlichsten Stürzen.

 

Fliegender-Fassdaubensportler

Stürze gehören dazu                       

 

 

Trotz Schmuddelwetter war mit neunzig Teilnehmern das Feld der Fassdaubenritter in diesem Jahr größer als in den Jahren zuvor, wie Barbara Bott vom Organisationsteam berichtet. Sie wertet es als schönsten Beweis für die Tradition des Fassdaubenrennens das seit 1923 stattfindet.

 

Kostüme gehören dazu

Mit Huhn am Helm

 

 

 

 

 

 

 

„Früher haben wir als Schüler das Rennen klassenweise bestritten – und jeder wollte der erste sein“, erinnert sich Richard Wengert, der sich heute über die aktive Teilnahme seiner Enkel am Rennen freut. Auch bei Familie Jacubeit steht Tradition an erster Stelle und das Fassdaubenrennen ist und bleibt ein Highlight des Jahres. Oma Christa (Jhg. 1939) hat schon als Kind die Fassdauben angeschnallt, die auch beim diesjährigen Renntag ihre Enkelin Anna (15) ins Ziel getragen haben.

 

 

Heute wie einst wird das Rennen auf Fassdauben, also gleichmäßig gebogenen Brettern, aus denen man früher Holzfässer herstellte, gewertet. Traditionell ist die Daube für Riemen als Halt für die Schuhe durchgebohrt – und besteht ohne Schrauben und Nägel, denn Metallteile sind nach den Regularien verboten.  Damit halten nur vorne zwei Riemchen den Vorderfuss und zwei weitere Riemen die Ferse. Der Rest ist ein Balanceakt auf einem gebogenen Stück Holz. Wer jedoch stolzer Besitzer von eigenen Fassdauben ist, kann diese auch mit Wachs präparieren. „In unserer Zeit haben wir das mit Wachskerzen-Stumpen gemacht“, erinnert sich Christa Jacubeit und ergänzt lachend: „Beim Sprung über die Schanze hat das nichts genutzt. Wer die Daubenspitzen zu hoch gezogen hat landete im Schnee.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Fahrt auf einer Fassdaube ist faszinierend und bleibt abenteuerlich zugleich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit des Tages: Alles in allem gab es viel Spaß, strahlende Sieger und zufriedene Mütter, die sich wie Stefanie Eisele darüber freuten, dass die Familie trotz Nieselregen und matschigem Schnee den ganzen Tag an der frischen Luft verbracht hat.

Fotos:  c)Sabine Zoller

Sabine Zoller MBA, M.A.
Karin Fuchssteiner

 

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