Route der Genüsse

Eine Reise zu den schönsten Genusswelten durch Main-, Tauber – und Churfranken

Das Weingut Schlör auf der Route der Genüsse
Einziger Winzer im Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) im Taubertal

Die „Route der Genüsse“ ist ein Regionen und Bundesländer übergreifendes Projekt unter Federführung der Tourismus Wertheim GmbH und verläuft im Dreiländereck von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Entlang der Route präsentieren sich 65 Genussanbieter exquisiter Produkte, die sich wie Perlen aneinander reihen - Jeder bietet ganz eigene, ganz besondere Genüsse – und das müssen übrigens nicht immer nur kulinarische Highlights sein. Zu ihnen gehören einige der besten Winzer Deutschlands, die Hersteller von Edelobstbränden, edlen Rauch- und Tabakwaren, Ölen, Gewürzen und Backwaren. Gastronomische Betriebe, teilweise mit Sternen dekoriert, gestaltende Künstler, Sänger und florales Design. Christiane Förster, Geschäftsführerin der Tourismus Wertheim GmbH, ist die Initiatorin dieser ungewöhnlichen Route, die mit einem 108 Seiten starken Genussführer neugierig macht sechs Routenabschnitte auf 307 km Länge mit unendlich viel Genuss zu entdecken.  Die Region führt von Aschaffenburg den Main entlang über Miltenberg und Wertheim bis nach Würzburg und die Tauber hinauf nach Auernhofen bis vor die Tore Rothenburgs ob der Tauber.

Winzer im Taubertal

Die Route der Genüsse besteht aus sechs Abschnitten. Jeder Routenabschnitt hat seinen eigenen Charakter. Jeder bietet seine ganz individuellen Genüsse. Zu einem ganz besonderen Genusspartner zählt das Weingut Konrad Schlör im Taubertal - dem dritten Routenabschnitt. Er zählt zu einem der Besten  seiner Zunft - weil er mit seinen ausgezeichneten Weinen für die Region im Taubertal steht und diese nach außen vertritt.
Mit der Neuordnung Europas durch Napoleon folgten Gebietsumschichtungen und der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 sanktionierte die Aufteilung Frankens und die neue Landverteilung von Bayern, Baden, Württemberg und Hessen. Daher zählt der einzige VDP Betrieb im Taubertal heute zum Bundesland Baden-Württemberg. Klimatisch gehört das Weingut zu Franken, „Weinpolitisch“ gesehen zählt das „letzte Zipfelchen“ Baden-Württembergs zur Weinbauregion Baden und damit dem drittgrößten Weinbaugebiet Deutschlands.

„Beste Rotweinkollektion des Jahres“

Als „Weingut des Jahres 2015“  wurde er im vergangenen Jahr für die „Beste Rotweinkollektion des Jahres“ vom Eichelmann-Führer ausgezeichnet. Eine außergewöhnliche Leistung für die Region. Daher grenzt sich das Weingut in Bezug auf Qualität von allen anderen Weingütern deutlich ab. Im Taubertal werden in der Regel keine solchen außergewöhnlichen Rotweine erwartet. Produziert wird üblicher Weise für den Einzelhandel, nicht aber in der Qualität, die Schlör anstrebt.
„Wir haben uns zum Ziel gesetzt zu beweisen, dass man im Taubertal auch große Rotweine produzieren kann, die überall in Deutschland mit allen Top-Betrieben mithalten können.“ Die Auszeichnung hat das bestätigt.

Qualität kommt vom Weinberg

Die Qualität erhält Schlör durch eine deutliche Reduzierung der Erträge und schneidet auch jetzt im September noch Nachkömmlinge ab, um die Belastung pro Stock gering zu halten. Die perfekte Weiterverarbeitung der Trauben erhält „zu 100 Prozent die Qualität die wir vom Weinberg bekommen“, so Schlör, der diese Herausforderung liebt.

Ausgebaut im Barrique werden seine Rotweine in Burgunderfässern gelagert. Auf seinen insgesamt 6,5 ha Rebfläche überwiegt der Muschelkalk, der Spätburgunder und Schwarzriesling zugutekommt. Die Flächen sind nach Süden ausgerichtet und haben damit eine perfekte Sonneneinstrahlung. Die Durchlüftung durch leichte Luftbewegungen ist positiv. Die Trauben bleiben gesund und können lange ausreifen. Noch wichtiger ist für Schlör der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht ist relativ groß. Daraus entwickelt sich das feine Fruchtaroma der Weine.

 

Schwarzriesling aus Tradition

Die Sorte Schwarzriesling hat Tradition, weil sie in der Champagne auf 10.000 ha angepflanzt wird, in Deutschland aber lediglich auf 2500 ha. Während die Franzosen aus ihrem Schwarzriesling Champagner produzieren, produziert Schlör daraus wertige Rotweine, die man gerne mit einem Spätburgunder verwechselt.
Weißburgunder, Müller Thurgau , Sylvaner und Riesling sind ebenfalls auf der Anhöhe, dem Reicholdsheimer First zu finden. Extrem kalte Luftströmungen werden auf dieser Höhe minimiert, so dass nur selten Frostgefahr besteht. Vor 32 Jahren hat der charismatische Winzer hier erstmals seinen Weinberg bestellt, heute sind seine edlen Weine gefragt und auch in der Vinothek des nahegelegenen Klosters Bronnbach erhältlich. Die Idee für einen Verkauf im Kloster entstand auf einer Reise nach Österreich im Kloster Neuburg an der Donau, denn die Weinberge, die Schlör bearbeitet, wurden bereits 1476 dokumentiert und waren damals noch dem Besitz des Zisterzienserklosters zugehörig. Sein „Schwarzriesling 1476“ kommt daher 2016 als Jahrgang 2013 auf den Markt.  Seit Ende der 70-er Jahre zählt der Schwarzriesling als Rotweinsorte zum Schlör-Sortiment. Zuvor gab es so gut wie keine Rotweine im Taubertal. Heute gehört Schlör zu den ganz wenigen, die hier Schwarzriesling und Spätburgunder anbauen. Von der Gesamtfläche hat er prozentual die größte Anbaufläche an Rotwein, d.h. 28 Prozent Spätburgunder Anteil, 48 Prozent Rotwein Anteil insgesamt. Im Vergleich zum Gebietsschnitt ist das ungewöhnlich hoch. Schlör begründet das zum einen durch die Lage und zum zweiten „seiner Liebe zum Rotwein“. Der gelernte Winzer hat seine Lehre in Südbaden im landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb Gut Aspikhof in Ottersweier absolviert und danach seine Kenntnisse in Weinsberg in der Weinbauschule ergänzt.

Für die Route der Genüsse bietet Konrad Schlör in Zusammenarbeit mit Sternekoch Ralf Kronmüller aus Wertheim kulinarische Besuche in seinem Weinbergshäusle. Kombiniert mit einer frischen und regionalen Küche munden die handverlesenen Reben in geselliger Runde bei einem Sommerabend besonders und bringen einen authentischen Ausdruck des Terroirs ins Glas. Gewanderte Weinproben bis maximal 30 Personen gibt es im Mai und September. Anmeldungen sind im Tourismus Wertheim möglich. Und ein Besuch im Glasmuseum Wertheim lohnt allemal.

www.weingut-schloer.de
www.tourismus-wertheim
http://www.route-der-genuesse.de/home.html

Fotos und Text:
Sabine Zoller MBA, M.A.
sabine.zoller@t-online.de

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