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Fantastische Elsässer Weihnachtszeit

Bräuche und Traditionsrezepte gestalten aus der schönsten Zeit des Jahres ein Geschmacksuniversum.

Ein Kopfkino übers Elsass erzeugt unwiderruflich Bilder mit Fachwerkhäusern, Störchen, Weinbergen und zierlichen Ortschaften.

In diesem Rahmen sind auch die Elsässer Weihnachtsmärkte eingebettet und unterscheiden sich im Grunde zu den deutschen Traditionsmärkten mit einer Prise französischem Charme und feinen Delikatessen. Das macht auch den Zauber der Elsässer Weihnacht aus und es wundert daher kaum, wenn der ein oder andere etwas von den Traditionen abschaut und ins eigene Repertoire übernimmt.

Weckmänner & Kekse zum Vorglühen

Was in Deutschland ein Weckmann und in der Schweiz ein „Gritibänz“ ist, nennt man im Elsass „Mannala“, was soviel heißt wie „Männchen“. Wer keine Rosinen mag, findet diese sogar mit Schokostückchen. Die „Mannala „erinnern eigentlich an eine Legende von drei ermordeten Kindern, die Sankt Nikolaus angeblich wieder zum Leben erweckte. Weihnachtsplätzchen sind auf Elsässisch hingegen „Bredele“, was vom Wort „Brötchen“ herrührt. Die „Bredele“ verschenkt und teilt man vor allem unter Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen. Die Plätzchenbäckerei der Vorweihnachtszeit ist im Elsass nämlich ein Volkssport, denn ohne „Bredele“ ist es unmöglich in Weihnachtsstimmung kommen. Die Sorten mit Namen wie Anisbredele, Schwowebredele, Springerle oder Spritz haben auch immer eine Anekdote auf Lager – sei es über deren Entstehung oder über familiäre Begebenheiten.

Bredele ausstechen und backen, Mannele formen und alles andere was zu Weihnachten aus dem Ofen kommt, können Hobbybäcker im „Maison du Pain d’Alsace“ in Selestat in einem Workshop lernen. Der November-Termin ist erwachsenen Teilnehmern vorbehalten, während der Dezember-Termin eine schöne Animation für Eltern wie Kinder ist.
Infos zum Maison du Pain in Sélestat
www.selestat-haut-koenigsbourg.com/de/decouvrir-alsace/noel/maison-du-pain.htm
http://www.selestat-haut-koenigsbourg.com/de/decouvrir-alsace/noel/maison-du-pain.htm

Gut gewürzt durch die Weihnachtszeit

Zu den traditionellen Weihnachtsgebäcken zählen auch die „Berawecka“ und die allseits bekannten Lebkuchen. Die Tradition der „Berawecka“, eine Art Früchtebrot mit getrockneten Birnen, zieht sich wie ein Gürtel vom Elsass über Süddeutschland bis ins Tirol und in die Ost- und Zentralschweiz. Rezepturen und Zubereitungen variieren, letztendlich haben sie aber eines gemeinsam: Sie werden meist im November gebacken und begleiten als Kraftspender durch die kühle Zeit. Die Elsässer Version ähnelt dem schwäbischen Hutzelbrot. Neben „Hutzeln“, sind andere Trockenfrüchte wie Zwetschgen und Aprikosen, sowie Anis und Sternanis geschmacklich vordergründig.

Lebkuchen sind historisch besser verfolgbar, vermutlich weil sie vielfach von Klöstern gebacken wurden. Die sogenannten „Lebzelter“ gründeten aber 1496 eine Zunft in Strasbourg. Der kleine Vorort Gertwiller überflügelte im 19. Jahrhundert jedoch die alten Lebkuchenzentren und steht heute für Elsässer Lebkuchentradition. Der „Palais du Pain d’Epices“ in Gertwiller ist ein ganzjährig zugängliches Erlebnis.

Die Familie Fortwenger hat seit Generationen eine Leidenschaft für Lebkuchen und gewährt Besuchern gerne einen Blick in die Welt des Elsässer Lebkuchens.
Kulinarische Weihnachtserlebnisse im Elsass
www.weihnachten.alsace/erlebnisse/gourmet-trips-im-herzen-des-elsassischen-weihnachtszaubers/

Weihnachten beim Winzer

Die Weinkellereien warten zur heiligen Zeit mit einer Palette an Animationen auf. Dies bietet vor allem die Gelegenheit, den heimischen Keller für die Festtage aufzufüllen und die Winzer von einer anderen Seite kennenzulernen. Manche Kellereien laden zu „Wine and Dine-Dinners“ ein, hauseigenen Weihnachtsmärkten oder kommentierten Verkostungen ein. Sogar „Bredalas“ backen mit Weingenuss oder Flammkuchen-Workshops werden angeboten. Schließlich gar nicht wegzudenken sind die Zusammenkünfte, um Glühwein aus Elsässer Tropfen zu genießen.

Hier steht vor allem der weiße Glühwein im Mittelpunkt. Ob dieser im Elsass erfunden wurde, weil es dort mehr Weiß- als Rotwein gibt, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen. Eine Abwechslung ist es auf jeden Fall, aber sicherlich die Garantie einen edlen Elsässer Tropfen zu verkosten, der zudem einen weihnachtlichen Touch erhält. Die gastronomische Erkundung des Elsass steht bei diesen Veranstaltungen jedenfalls klar im Vordergrund.
Mehr Infos zu den Weihnachtskellereien
www.weihnachten.alsace/veranstaltungskalender/weihnachtskellereien/
www.weihnachten.alsace/veranstaltungskalender/weihnachtskellereien/

Treffpunkt für Suppenkasper

Da die Weihnachtszeit allgemein als Appell für gute Taten verstanden wird, hat auch die Suppe Ihren Platz am Straßburger Weihnachtsmarkt. Hinter der Sternensuppe, die es auf der Place Kléber gibt, stehen Elsässer Sterneköche und helfen dem Humanis-Kollektiv. Mit dem Verkauf der Suppe unterstützen die Spitzenköche vor allem konkret Eingliederungsprojekte von Humanis und deren Partnervereinen. Jede Woche serviert deshalb ein anderer Sternekoch eine Suppe auf dem Weihnachtsmarkt. Zweifellos ist das ein Grund, die Place Kléber in Strasbourg den ganzen Advent aufzusuchen.

Die Confrérie Saint-Grégoire du Taste-Fromage wird eher von der Motivation angetrieben, den Munster-Käse einem breiten Publikum bekannt zu machen. Deshalb bieten die Zunftmitglieder an den ersten drei Dezember-Wochenenden die Munsterkäsesuppe zur kostenlosen Verkostung an. Der Suppenzauber dauert jedoch nur eine halbe Stunde. Wer die köstliche Käsesuppe probieren will, muss sich also beeilen.
Das Rezept stammt vom Michelin-Gesternten Spitzenkoch Emile Jung, das er ausschließlich für die Brüderschaft entwickelt hat. Da ist schließlich ein kulinarisches Erlebnis vorprogrammiert.

Munster Käsesuppe nach dem Rezept des Sternekochs Emile Jung, © OTVM / Quentin Gachon


Mehr Infos zur Straßburger Sternensuppe
www.weihnachten.alsace/erlebnisse/geniessen-sie-eine-sternensuppe-auf-dem-strassburger-weihnachtsmarkt/
http://www.weihnachten.alsace/erlebnisse/geniessen-sie-eine-sternensuppe-auf-dem-strassburger-weihnachtsmarkt/

Infos zur Verkostung der Munsterkäsesuppe
www.weihnachten.alsace/231007472-verkostung-der-munsterkasesuppe/
http://www.weihnachten.alsace/231007472-verkostung-der-munsterkasesuppe/

Ein Elsässer Symbol zum Neujahr

Um die Erfindung der Bretzel ranken sich viele Legenden, trotzdem hat auch keine davon je die Wahrheit ans Licht gebracht. Wurde sie nun in Bayern, Schwaben oder im Elsass erfunden? Niemand kann es tatsächlich mit Bestimmtheit sagen. Klar ist auf jeden Fall, dass das Gebäck und seine Form in vielerlei Varianten vor allem im oberdeutschen Raum verbreitet war.

Die Schreibweise „Bretzel“ wird dennoch nur im Elsass und der Schweiz angewendet, ansonsten schreibt man die „Brezel“. Die „Neujahrsbretzel“, aus einem süßen Hefeteig, ist jedenfalls eher unterhalb der Mainlinie anzutreffen. Insbesondere in Schwaben, Baden und auch im Elsass als „Neijohrsbretschdel“. Diese Bretzeln sind größer als die bekannten Laugenbretzeln und können bis zu 2,5 Kilogramm schwer sein oder auf elsässisch: „groß wie’n e Schiertor“, übersetzt „so groß wie ein Scheunentor“. An Neujahr werden diese beim Patenonkel oder -tante abgeholt, denen man vor allem mit den Wünschen für ein gutes neues Jahr einen Vers aufsagen soll.

Elsässer Neujahrsbretzel aus dem Maison du Pain in Séléstat, © Maison du Pain

Da die Bretzel inzwischen von vielen weiteren Regionen ins Herz geschlossen wurde, darf man diesen Brauch auch gerne außerhalb des Elsass‘ übernehmen.

Wir liefern das Rezept dazu:
Neijohrsbretschdel oder Neujahrsbretzel

Für 2 Bretzeln je 30 bis 40 cm Breite
Die Neujahrsbretzel wird im Elsass aus einem Briocheteig hergestellt. Darin ist ein hoher Ei- und Butteranteil enthalten, was das Gebäck besonders schmackhaft macht.

Zutaten für den Hefeteig:
750 g Weißmehl
110 g Zucker
15 g Salz
35 g. Frischhefe
4 Eier
150 ml Milch
250 g Butter
Rosinen, Schokostücke oder Pinien für den Dekor

Zubereitung:
Die Butter vorher raus nehmen, damit sie geschmeidig wird. Dann alle anderen Zutaten zu einem Teig kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst (am einfachsten geht das mit einer Knetmaschine). Die geschmeidige Butter in den Teig einarbeiten, bis sich dieser wieder von der Schüssel löst.
Mit einem feuchten Tuch abdecken und eine Stunde gehen lassen. Anschließend eine weitere Stunde im Kühlschrank gehen lassen. Der Teig geht weiter auf, aber die Kühle macht ihn fester, damit er danach einfacher zu verarbeiten ist.

Den Teig auf die leicht bemehlte Tischfläche geben und in zwei gleich große Stücke teilen. Jedes dieser Teigstücke in eine Wurst formen und dann 80-100 cm lang rollen. Jeweils eine Bretzel formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.
Wieder zudecken und eine halbe bis eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen.
Den Ofen auf 210° C. Ober-Unterhitze vorheizen. Die Bretzeln mit Ei bestreichen und mit der Schere an der dicken Stelle dekorativ einschneiden. Sie können an dieser Stelle die Bretzel nach Belieben mit Hagelzucker bestreuen oder sie nach dem Backen glasieren.

Die Bretzel 10 Min. auf 210° C. anbacken, dann die Hitze auf 180° C. reduzieren und weitere 10-15 Min. ausbacken.Falls Sie die Bretzel lieber glasieren möchten, lassen Sie sie ein bisschen auskühlen und dann bepinseln Sie sie mit einer Mischung von 100 g Puderzucker mit 50 g Wasser, Zitronensaft oder Obstler.

Weitere Elsässer Rezepte unter: www.freetimeguide.de/Rezepte-zur-Elsässer-Weihnacht

Informationen unter:
www.weihnachten.alsace und www.visit.alsace/de/

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