Kulturelles

 

 

Martin Beradt

Beide Seiten einer Strasse

Ein Roman über ostjüdisches Leben in Berlin

 

In der Hoffnung auf eine gute Zukunft wird Frajim Feingold im Herbst 1927 von seinen Eltern nach Berlin geschickt. Er kommt aus einer Judengasse in Piaseczno und weiß genau, in welche Gasse er in Berlin gehen sollte, da gab es nur eine.

Frajim musste sich mit Gelegenheitsjob abgeben statt des erhofften besseren Lebens. Von dem Traum reich zu werden, war nichts mehr übrig. Aber eine Rückkehr zu den Eltern war ausgeschlossen. Wie seine 3000 Leidensgenossen lebte er inmitten der Metropole Berlin in einer eigenen Welt.

 

 

 

Anfang des 20. Jahrhunderts bot das Berliner Scheunenviertel jüdischen Einwanderern aus Osteuropa Zuflucht. Von ihnen erzählt der Autor in diesem außergewöhnlichen Roman. Er beschreibt den Alltag der Händler, Bettler und Gelehrten in der Grenadierstraße und über das ärmliche Leben, das sich zwischen zionistischen Vereinen, Talmudschulen, Synagogen und Trödelläden abspielt.

Fotos aus jener Zeit zeigen den Alltag

Zum Autor:

Martin Beradt wurde 1881 in Magdeburg geboren und starb 1949 in New York. 1892 zog er mit seine Familie nach Berlin, nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Berlin, München und Heidelberg. Neben dem Studium schrieb Beradt erste literarische Texte und Essays, 1908 wurde sein Roman „Go“ veröffentlicht. Im 1.Weltkrieg war er kurz an der Westfront, wurde dann aber ausgemustert. Seine Erfahrungen schrieb er im Roman „Erdarbeiter – Aufzeichnungen eines Schanzsoldaten“ nieder. Nach dem Krieg arbeitete er als Jurist und veröffentlichte 1930 das Buch „Der deutsche Richter“. 1933 wurde er als Jude aus der Anwaltskammer ausgeschlossen. Nachdem Martin Beradts Mutter, die er bis dahin gepflegt hatte, gestorben war, emigrierte er mit seine Ehefrau nach London und dann nach New York.  Bereits in Berlin begann er mit dem Roman „Beide Seiten einer Straße“, er wohnte in der Nähe des „Scheunenviertels“. Im Londoner Exil überarbeitete er das Manuskript, das er nach seinen Aussagen aus Liebe zu den Ostjuden, die in Deutschland auf Ablehnung stießen, geschrieben hatte.
Weder in England noch in den USA fand er einen Verlag für seine Bücher. „Beide Seiten einer Straße“ erschien in Deutschland 1965 unter dem geänderten Titel „Die Straße der kleinen Ewigkeiten“.

 

ISBN 978-3-946990-38-3
319 Seiten,  25 €

Erschienen im Verlag:
Das kulturelle Gedächtnis

www.daskulturellegedächtnis.de

Kommentare sind deaktiviert