Sommer in den Niederlanden – Museen

Zwischen Sternennacht und Sonnenblumen: Die Welt des Vincent van Gogh

Ein Jahrhundert nach seinem Tod bringt Vincent van Gogh die Welt noch immer zum Leuchten, nun so vollständig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Mit der Ausstellung „Van Gogh – All Our Paintings“ präsentiert das Kröller-Müller Museum in Otterlo nahe der deutschen Grenze vom 15. September 2026 bis 3. Januar 2027 ein außergewöhnliches Highlight: Erstmals seit 1984 werden sämtliche Gemälde Vincent van Goghs aus der eigenen Sammlung gemeinsam gezeigt.

c)van Gogh – Kröller-Müller-Museum

Die Schau vereint insgesamt 88 Werke des niederländischen Künstlers und macht damit die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt in ihrer ganzen Bandbreite erlebbar. Besucher*innen erhalten einen einzigartigen Überblick über Van Goghs künstlerische Entwicklung, von frühen Arbeiten bis hin zu ikonischen Gemälden aus seiner Zeit in Arles und Saint-Rémy. 

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Themen von Van Goghs Leben und Werk: Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese Motive durchziehen nicht nur seine Kunst, sondern auch seine persönliche Geschichte, vom gescheiterten Prediger zum visionären Maler der Moderne. Seine Bilder spiegeln die Suche nach Sinn, Trost und Menschlichkeit wider.

Die Präsentation knüpft zudem an die besondere Geschichte der Sammlung an: Die deutsche Museumsgründerin Helene Kröller-Müller (1869-1939) erkannte früh die Bedeutung Van Goghs und trug zwischen 1908 und 1930 eine der weltweit bedeutendsten Kollektionen zusammen. Mit dieser einmaligen Zusammenstellung lädt das Museum dazu ein, Van Gogh neu zu entdecken – nicht nur als Künstler, sondern als Mensch, dessen Werk bis heute berührt und inspiriert. 

Mehr Infos: Van Gogh, All Our Paintings – Kröller-Müller Museum

Open Monumentendag 

Hinter unscheinbaren Fassaden, schweren Holztüren und alten Mauern verbergen sich Orte, die sonst im Verborgenen bleiben. Doch einmal im Jahr, immer am zweiten Septemberwochenende, öffnen sie ihre Pforten und erzählen ihre Geschichten. Mit dem Open Monumentendag verwandeln sich die Niederlande am 12. und 13. September 2026 wieder in ein riesiges, frei zugängliches Museum. An diesem Wochenende öffnen landesweit rund 6.000 Denkmäler kostenlos ihre Türen und laden dazu ein, Orte zu entdecken, die sonst oft nicht öffentlich zugänglich sind.

Das Event gilt als eines der größten kulturellen Ereignisse des Landes: Millionen Besucher*innen erkunden historische Gebäude, nehmen an Führungen teil oder erleben Ausstellungen, Konzerte und Rundgänge.

Besonders spannend ist die Vielfalt der Monumente, die weit über klassische Sehenswürdigkeiten hinausgeht. Neben Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern können Besucher*innen auch ungewöhnliche Orte betreten – etwa Forts, alte Pumpwerke oder historische Industrieanlagen, die sonst verborgen bleiben.

Zu den Highlights zählen Orte wie:

Fort bij Spijkerboor – eine historische Verteidigungsanlage mit originalem drehbaren Geschütz, die Einblicke in militärische
Technik bietet.
Eendenkooi Spang auf Texel – eine traditionelle Entenfanganlage, in der Besucher*innen ein nahezu vergessenes Handwerk
kennenlernen können.
De Inktpot in Utrecht – das größte Backsteingebäude der Niederlande, das nur selten zugänglich ist und einst als Zentrale der
Eisenbahn diente.
Die Bonbonnière in Maastricht – eine ehemalige Klosterkirche, die später zum Theater wurde und nach Jahren erstmals wieder
geöffnet wird.
Gemaal De Lynden – ein historisches Pumpwerk, das beim Trockenlegen des Haarlemmermeers eine entscheidende Rolle
spielte.

Gerade diese ungewöhnlichen Orte machen den Reiz des Open Monumentendag aus: Sie zeigen Geschichte nicht nur als prachtvolle Fassade, sondern als lebendige, oft überraschende Alltagswelt vergangener Zeiten. Der Open Monumentendag beweist damit eindrucksvoll, dass kulturelles Erbe mehr ist als Vergangenheit – es ist ein Erlebnis, das Türen öffnet, Perspektiven erweitert und Geschichte für einen Moment greifbar macht.

Beitragsfoto: © Cathelijne Beckand/openmonumentendag.nl

Mehr Infos: https://openmonumentendag.nl/

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